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27/05/2004 - Neue Fluorspezialitäten
  

Solvay in Bad Wimpfen

Neue Fluorspezialitäten ergänzen Produktpalette

Bad Wimpfen, 14.5.2004. Über 470.000 Tonnen Rohstoffe und Fertigprodukte wurden im vergangenen Jahr bei Solvay in Bad Wimpfen umgeschlagen. Fast die Hälfte dieser Menge wurde mit Schiffen, also auf dem statistisch gesehen sichersten und umweltgerechtesten Transportweg, befördert. Zum Jahresbeginn 2004 arbeiteten 365 Personen (Anfang 2003: 386) im Bad Wimpfener Solvay-Werk. Mit einem Umsatz von 204 Millionen Euro für das Jahr 2003 erreichte das Solvay-Werk in Bad Wimpfen fast den Wert des vorangegangenen Jahres (205 Millionen Euro). Zudem realisierten im Jahr 2003 im Umkreis von bis zu 15 Kilometern angesiedelte Unternehmen Umsätze in Höhe von insgesamt etwa 5 Millionen Euro mit Solvay als Partner. Das zeigt, dass das Solvay-Werk in Bad Wimpfen auch weiterhin einer der wirtschaftlich wichtigen Betriebe der Gegend um Heilbronn ist.

Zu den innovativsten Produkten des Solvay-Werkes in Bad Wimpfen gehören die neuen Spezialitäten der NOCOLOK®-Produktgruppe. Das Unternehmen Solvay Fluor und Derivate ist mit NOCOLOK® Marktführer bei Flussmitteln für das Aluminiumlöten. Im Anwendungsbereich Herstellung von Automobilwärmetauschern wird weltweit ein Marktanteil von etwa 70 Prozent erreicht. Die entscheidenden Vorteile von Aluminium gegenüber konventionellen Materialen sind in diesem Anwendungsbereich die erhöhte Korrosionsbeständigkeit und die Gewichtsreduzierung mit der damit verbundenen Benzinkosteneinsparung. In Bad Wimpfen werden in der so genannten Multipurpose-Anlage seit kurzem größere Mengen der Produkte NOCOLOK® Cs Flux und NOCOLOK® Zn Flux hergestellt. Das erste ist für die Lötung von besonders festen, magnesiumhaltigen Aluminiumlegierungen konzipiert worden, das andere wird bei der Herstellung von noch korrosionsbeständigeren Aluminiumkomponenten verwendet. Der Trend zu festeren und zu korrosionsbeständigeren Aluminiumlegierungen gehört zu den wichtigsten Entwicklungen bei der Produktion von Automobilwärmetauschern. Solvay hat das Produktprogramm damit konsequent auf die aktuellen Kundenanforderungen ausgerichtet.

Schwefelhexafluorid (SF6) ist ein weiteres Produkt des Bad Wimpfener Solvay-Standortes. Es wird in erster Linie als Isolier- und Lichtbogenlöschmedium in Schaltanlagen der Mittel- und Hochspannungstechnik verwendet. In einer gerade abgeschlossenen Ökobilanzstudie wurde ein Umweltprofil der Energieverteilung im Mittelspannungsbereich mit einem Vergleich zwischen luftisolierten und SF6-isolierten Schaltanlagen erarbeitet. Die Untersuchung hat ergeben, dass Strom-Wärme-Verluste den Beitrag zum Treibhauseffekt in diesem Gebiet dominieren. Diese Verluste in den Netzen sind vor allem auf Kabel, Leitungen und Transformatoren zurückzuführen (zu 92 Prozent). Schaltanlagen (z.B. Umspannwerke und Netzstationen) haben dagegen nur einen recht geringen Anteil (8 Prozent). Zudem ergaben sich hier bei den vier untersuchten Kriterien Energiebedarf, Treibhauspotenzial, saurer Regen und Gewässerüberdüngung jeweils deutlich günstigere Bewertungen für den Einsatz von SF6 als Isolier- und Lichtbogenlöschmedium gegenüber luftisolierten Anlagen. So schnitt SF6 unter anderem beim Treibhauspotenzial um rund 20 Prozent besser als Luft ab, weil auf Grund der kompakteren Bauweise der SF6-isolierten Schaltanlagen z.B. schon der Energieaufwand für das benötigte Material und für die Herstellung der Anlagen klar niedriger ist. Außerdem fallen in der Betriebsphase die Strom-Wärme-Verluste der Schaltanlagen geringer aus. - Die Ökobilanz war als gemeinsames Projekt der Schaltanlagenhersteller ABB, Areva T&D (früher: Alstom) und Siemens, der Netzbetreiber EnBW, e.on Hanse und RWE sowie des SF6-Produzenten Solvay Fluor und Derivate in Auftrag gegeben worden. Die Studie wurde gemäß international gültiger Normen durchgeführt und von einem unabhängigen Gutachter des TÜV NORD CERT geprüft. Für die Hochspannungstechnologie hatte schon 1999 eine in Kooperation mit Anlagenbauern und Stromversorgern erstellte Ökobilanz gezeigt, dass die Nutzung von SF6-isolierten Anlagen ökologische Vorteile mit sich bringt. – Im Rahmen von Solvays ReUse-Konzept können Kunden SF6 im Laufe seiner Nutzungsphase im Bad Wimpfener Werk analysieren lassen; auf Grund der Analysenergebnisse wird dann entschieden, ob das Produkt direkt weiter einsetzbar ist oder ob es aufgearbeitet werden muss.

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